Domowik
Aktualisiert: 31. August 2026 · 9 Min. Lesezeit

Schaden bei der Versicherung melden: So bereiten Sie die Dokumentation Ihres Besitzes vor

Nach Wasserschaden, Diebstahl oder Feuer entscheidet nicht die Police allein über die Auszahlung, sondern das, was Sie nachweisen können. Hier erfahren Sie, was Ihre Versicherung sehen will, wie Sie Ihre Gegenstände dokumentieren und den Schaden melden, ohne an Details zu verlieren.

Zeitachse eines Gegenstands in Domowik: Reparatur- und Servicehistorie mit Daten und Kosten sowie Kaufdatum — Nachweis von Wert und Zustand im Schadensfall

Warum die Dokumentation über die Auszahlung entscheidet

Eine Hausratversicherung greift erst, wenn Sie einen Schaden melden — und dann liegt die Beweislast bei Ihnen. Ihre Versicherung weiß nicht, was Sie zu Hause hatten; sie weiß nur, was Sie ihr zeigen. Nach einem Wasserschaden oder Einbruch rekonstruieren die meisten die Liste aus dem Gedächtnis und nennen 60–70 % ihrer Sachen, an den Rest erinnern sie sich erst nach Abschluss des Falls — wenn es zu spät ist, ihn nachzutragen.

Wasserschäden gehören zu den häufigsten Hausschäden, und die professionelle Sanierung danach kann schnell in die Tausende gehen. In dieser Größenordnung ist jeder Gegenstand, den Sie nicht dokumentieren können, ein echter Verlust aus eigener Tasche.

Die gute Nachricht: Die Dokumentation muss nicht in Panik nach dem Schaden entstehen. Ein paar Minuten ruhige Arbeit heute — eine Liste wertvoller Gegenstände mit Fotos und Kaufdaten — verwandeln das stressige „Was hatte ich eigentlich" in ein fertiges Dokument zum Versenden.

Was Ihre Versicherung sehen will

Welche Unterlagen genau nötig sind, hängt von der Schadensart ab, aber fast jede Meldung hat denselben Kern:

  • Ihre Daten und die Versicherungsnummer — Grundlage zur Identifizierung des Falls.
  • Datum, Art und Umstände des Ereignisses — was wann passiert ist.
  • Eine Liste des beschädigten oder gestohlenen Besitzes — mit Menge, Wert und, wenn möglich, Anschaffungsjahr.
  • Wertnachweise — Belege, Rechnungen oder andere Bestätigungen (mehr zu Alternativen gleich).
  • Fotos — sowohl vom Schaden selbst als auch von den Sachen vor dem Ereignis, falls vorhanden.

Hinzu kommen Unterlagen je nach Schadensart:

  • Einbruch oder Raub — eine Polizeimeldung plus eine Liste gestohlener Sachen mit Kaufnachweis.
  • Wasserschaden — ein Protokoll der Hausverwaltung (im Mehrfamilienhaus) oder eine Bestätigung der Ursache; benachrichtigen Sie den betroffenen Nachbarn zeitnah, damit er eigene Ansprüche geltend machen kann.
  • Feuer — ein Feuerwehrprotokoll, falls sie gerufen wurde.
  • Überspannung — eine Bewertung des Elektrikers zu den Folgen plus Kostenvoranschlag oder Reparaturrechnungen.

Die Regel, die alles zusammenhält: Je mehr stimmige Informationen Sie zu einem Gegenstand auf einmal liefern — Name mit Modell, Wert, Kaufdatum und -ort, Seriennummer, Foto — desto weniger Rückfragen kommen zurück und desto schneller schließt der Fall. Verstreute, unvollständige Daten ziehen den Prozess in die Länge und lassen Raum, die Auszahlung zu kürzen.

Domowik führt dieses Inventar auf dem Telefon — mit Fotos, Wert und Kaufdaten — und macht daraus einen fertigen PDF-Bericht. Bei Google Play ansehen →

Besitz ohne Beleg nachweisen

Die häufigste Sorge lautet: „Ich habe den Beleg nicht mehr, also bekomme ich nichts." Das stimmt nicht. Ein Beleg ist nur eine Art des Nachweises — nicht die einzige. Besitz und Wert lassen sich auf mehrere Arten glaubhaft machen, und je mehr davon Sie sammeln, desto stärker Ihre Position:

  • Ein Kontoauszug oder eine Kartenzahlungsbestätigung — zeigt Datum und Betrag der Transaktion.
  • Eine E-Mail-Bestätigung oder Bestellhistorie aus einem Onlineshop oder Auktionsportal.
  • Ein Foto des Gegenstands — am besten an seinem üblichen Platz, was zusätzlich dokumentiert, dass er im Haus war.
  • Eine Seriennummer oder das Typenschild — identifiziert das Gerät eindeutig und lässt den Hersteller oft die Garantie prüfen.
  • Eine Garantiekarte — enthält Modell, Datum und Kaufort.
  • Ein Foto des Belegs — eine Kopie auf dem Telefon ist genauso nützlich wie ein zerknittertes Original, das ohnehin mit der Zeit verblasst.

Mit anderen Worten: Selbst wenn der Originalbeleg längst weg ist, kann eine Kombination aus Foto des Gegenstands, Seriennummer und Zahlungsspur vollständig glaubhaft machen, dass das Gerät Ihres war und was es wert war. Der Schlüssel ist, diese Elemente im Voraus zu sammeln, für jeden Gegenstand — denn sie nach einem Schaden zu rekonstruieren, ist oft unmöglich.

Wiederbeschaffungswert vs. Zeitwert

Bei der Auszahlung ist entscheidend, nach welchem Wert die Versicherung die Entschädigung berechnet. Der Unterschied kann in die Tausende gehen.

Wiederbeschaffungswert

Das ist der Betrag, den es heute kosten würde, einen Ersatz für den beschädigten Gegenstand zu kaufen — ein neues Gerät mit ähnlichen Eigenschaften. Eine Versicherung zum Wiederbeschaffungswert erlaubt, den Besitz vollständig wiederherzustellen: Sie erhalten, was die Wiederherstellung des Zustands vor dem Schaden tatsächlich kostet.

Zeitwert

Das ist der Wiederbeschaffungswert abzüglich der tatsächlichen Abnutzung. Eine vor fünf Jahren gekaufte Waschmaschine wird mit diesen fünf Jahren Nutzung bewertet — die Auszahlung fällt niedriger aus und reicht wahrscheinlich nicht für eine neue. Diese Variante ist günstiger, aber im Schadensfall zahlen Sie die Differenz selbst.

Was bedeutet das für Ihre Dokumentation? Erfassen Sie Preis und Kaufdatum. Das Datum lässt die Versicherung die Abnutzung berechnen und Sie prüfen, ob die Bewertung fair ist. Wenn Sie den Preis nicht mehr wissen, tragen Sie einen geschätzten Wiederbeschaffungswert ein — den Betrag, den Sie heute für ein ähnliches Gerät zahlen würden — und vermerken Sie, dass es eine Schätzung ist. Ein ungefährer Wert mit Datum ist weit besser als ein leeres Feld.

Unterversicherung: häufigster Grund für eine niedrige Auszahlung

Das ist eine Falle, an die beim Abschluss kaum jemand denkt, die aber die Auszahlungen real kürzt. Unterversicherung entsteht, wenn die vereinbarte Versicherungssumme niedriger ist als der tatsächliche Wert Ihres Besitzes — weil sie seit Jahren nicht aktualisiert wurde, während die Preise inzwischen gestiegen sind.

Die Folge: Bei einem Totalschaden zahlt die Versicherung höchstens die vereinbarte Summe, und die Differenz tragen Sie. Manche Policen wenden zudem eine Proportionalregel an — haben Sie zur Hälfte des Werts versichert, kann die Auszahlung für jeden Schaden anteilig gekürzt werden.

Hier bietet ein Inventar mit Wertsumme einen konkreten Vorteil: Sie sehen den Gesamtwert Ihres Besitzes und können ihn mit der Versicherungssumme der Police vergleichen. Ist die Summe deutlich niedriger, ist das ein Signal, sie vor einem Schaden anzupassen. Zudem haben Policen meist getrennte Grenzen für Bargeld, Schmuck, Elektronik und Sachen in Nebenräumen (Keller, Garage) — die Kategorien im Inventar zeigen in Sekunden, wie viel Sie in jeder dieser Gruppen haben.

In wenigen Minuten einen Inventarbericht erstellen

Beispiel eines PDF-Inventarberichts aus der App Domowik — Gegenstände mit Wert, Reparaturhistorie und Zusammenfassung, bereit für die VersicherungSo sieht ein mit einem Klick aus Domowik erstellter PDF-Bericht aus — mit Bewertung, Fotos, Kaufnachweisen und Reparaturhistorie.

Sie können eine Liste in einem Heft oder einer Tabelle führen, aber im Schadensfall brauchen Sie ein einziges, klares Dokument für die Versicherung — nicht einen Haufen loser Fotos und Notizen. Ein guter Inventarbericht enthält:

  • Eine Liste der Gegenstände mit Name, Kategorie und Standort.
  • Den Wert jedes Gegenstands plus eine Summe des Gesamtwerts.
  • Kaufdatum und -ort sowie die Seriennummer.
  • Fotos und Belege als Nachweis neben jedem Eintrag.
  • Reparatur- und Servicehistorie — Beleg, dass der Gegenstand gepflegt wurde und noch Wert hatte.

Domowik fügt all das zu einem fertigen PDF-Inventarbericht zusammen. Neben jedem Gegenstand haben Sie Wert, Daten, Seriennummer, Foto und Beleg sowie eine Reparaturzeitleiste. Sie erstellen den Bericht direkt aus der Gegenstandsliste, vom Startbildschirm oder aus den Einstellungen; die App öffnet den Systemdruck, in dem Sie „Als PDF speichern" wählen. Es entsteht eine einzige Datei, die Sie der Versicherung per E-Mail senden oder der Meldung beifügen.

Wie Sie das Inventar selbst von Grund auf aufbauen — was Sie zu jedem Gegenstand erfassen und wie Sie Geräte fotografieren — haben wir Schritt für Schritt im Ratgeber zum Hausinventar beschrieben.

Halten Sie die Dokumentation bereit, bevor Sie sie brauchen

Domowik speichert Fotos, Wert, Daten und Seriennummern neben jedem Gegenstand und macht daraus einen PDF-Bericht — lokal, ohne Konto.

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QR-Code zu Domowik bei Google PlayMit dem Telefon scannen

Schaden Schritt für Schritt melden

Die Reihenfolge nach einem Sachschaden — am Beispiel Wasserschaden, das Muster ist bei anderen Ereignissen ähnlich:

  1. Stoppen Sie die Schadensquelle. Wasser abdrehen, Strom trennen, weitere Schäden begrenzen. Sicherheit zuerst.
  2. Hausverwaltung benachrichtigen. Im Mehrfamilienhaus meist innerhalb von 2 Tagen nach dem Ereignis.
  3. Mit dem Nachbarn sprechen, wenn der Schaden mehr als eine Wohnung betrifft — so kann er eigene Ansprüche geltend machen.
  4. Versicherung anrufen, sobald Sie den Schaden entdecken, und ihn melden. Die meisten bevorzugen ein Formular auf ihrer Website.
  5. Protokolle sammeln — von Polizei- oder Feuerwehreinsatz, von der Hausverwaltung, eine Elektrikerbewertung bei Überspannung.
  6. Schadensliste erstellen mit Menge, Wert und Anschaffungsjahr. Hier spart ein fertiger Inventarbericht am meisten Zeit.
  7. Beschädigte Sachen nicht vor der Besichtigung entfernen. Ein Gutachter kommt meist innerhalb weniger Tage; belassen Sie bis dahin alles und dokumentieren Sie nur mit Fotos.
  8. Zugang zur Besichtigung gewähren und bei der Feststellung mitwirken.

Fristen, die man kennen sollte

Die Fristen unterscheiden sich je nach Anbieter, aber die Größenordnungen sind ähnlich:

  • Schadensmeldung: meist 3–7 Werktage ab dem Ereignis. Prüfen Sie die genaue Frist in Ihrer Police — ein Überschreiten kann die Entschädigung mindern.
  • Auszahlung der Entschädigung: in der Regel 30 Tage ab Meldung bei großen Versicherern.
  • Mitteilung über die Höhe: die Versicherung informiert meist früher über den vorgeschlagenen Betrag, oft innerhalb von etwa 7 Tagen.
  • Strittiger Teil: ist ein Teil des Anspruchs strittig, kann seine Prüfung zusätzliche ~14 Tage dauern, während der unstrittige Teil fristgerecht ausgezahlt wird.

Je vollständiger die Dokumentation von Anfang an bei der Versicherung ankommt, desto weniger Rückfragen — und desto näher am unteren Ende dieser Fristen schließt der Fall.

Häufige Fehler, die die Auszahlung senken

  • Die Liste aus dem Gedächtnis rekonstruieren. Ohne vorheriges Inventar übersehen Sie 30–40 % der Sachen — und dieses Geld bekommen Sie nicht zurück.
  • Verzögerte Meldung. Ein Überschreiten der Frist aus der Police kann die Entschädigung mindern.
  • Sachen vor der Besichtigung entfernen oder reparieren. Das erschwert die Feststellung von Ursache und Umfang und senkt ohne Dokumentation die Auszahlung.
  • Fehlende Protokolle. Bei Diebstahl, Feuer oder Wasserschaden erschwert das Fehlen eines Polizei-, Feuerwehr- oder Hausverwaltungsprotokolls den ganzen Fall.
  • Jahre alter Wert ohne Datum. Der Betrag allein lässt den heutigen Wert des Geräts nicht beurteilen und die Abnutzung nicht berechnen.
  • Unterversicherung. Eine vom realen Wert entkoppelte Versicherungssumme ist einer der häufigsten Gründe, warum die Auszahlung hinter den Erwartungen bleibt.
  • Backup nur auf dem zerstörten Telefon. Ein Inventar, das mitverbrannt oder gestohlen wurde, hilft nicht. Bewahren Sie eine Kopie auch außer Haus auf.

Zum Schluss: Ein Inventarbericht ist nur so gut wie seine Kopie außer Haus. Exportieren Sie das Dokument und bewahren Sie es dort auf, wo es den Schaden übersteht — in der Cloud, auf dem Arbeitsrechner oder bei der Familie. Wie man App-Daten sicher überträgt und archiviert, haben wir im Ratgeber zum Backup vor dem Telefonwechsel beschrieben.

Häufige Fragen

Bekomme ich ohne Belege eine Entschädigung?

Ja. Ein Beleg ist nur einer von mehreren möglichen Nachweisen. Besitz und Wert lassen sich auch mit Fotos, Kontoauszügen und Kartenzahlungsbestätigungen, E-Mail-Bestätigungen von Shops, Seriennummern und Garantiekarten glaubhaft machen. Je stimmiger die Angaben, desto einfacher der Fall. Genaue Regeln unterscheiden sich je nach Anbieter — prüfen Sie die Bedingungen Ihrer Police.

Was, wenn ich den Kaufpreis nicht mehr weiß?

Tragen Sie einen geschätzten Wiederbeschaffungswert ein — den Betrag, den Sie heute für ein ähnliches Gerät zahlen würden — und vermerken Sie in einer Notiz, dass es eine Schätzung ist. Ein ungefährer Wert mit Datum ist weit besser als ein leeres Feld, weil er der Versicherung erlaubt, Abnutzung zu berechnen und den Schaden zu bewerten.

Wie lange hat die Versicherung Zeit zu zahlen?

In der Regel 30 Tage ab der Schadensmeldung bei großen Versicherern. Über den vorgeschlagenen Betrag informiert die Versicherung meist früher, und ist ein Teil des Anspruchs strittig, kann dessen Klärung länger dauern, während der unstrittige Teil fristgerecht gezahlt wird. Die genauen Fristen finden Sie in Ihrer Police.

Sind Fotos der Sachen vor dem Schaden wichtig?

Ja — es ist einer der stärksten Nachweise, dass ein Gegenstand tatsächlich im Haus war, und der schnellste Weg, Angaben nach dem Ereignis zu ergänzen. Ein Foto eines Geräts an seinem üblichen Platz dokumentiert zugleich den Standort, und eine Nahaufnahme des Typenschilds oder der Seriennummer erlaubt eine eindeutige Identifizierung.

Wie prüfe ich, ob ich unterversichert bin?

Vergleichen Sie die Versicherungssumme der Police mit dem tatsächlichen Gesamtwert Ihres Besitzes. Haben Sie die Summe jahrelang nicht aktualisiert, während der Wert Ihres Besitzes gestiegen ist, sind Sie wahrscheinlich unterversichert und ein großer Schaden wird nicht voll gedeckt. Ein Inventar mit Wertsumme gibt Ihnen diesen Bezugspunkt sofort.

Ist die Reparaturhistorie für einen Schaden wichtig?

Sie kann helfen. Ein Nachweis von Wartungen und Reparaturen zeigt, dass ein Gegenstand gepflegt wurde und noch funktionierte, was seine Bewertung stützt — besonders bei teureren Geräten. Zudem ist es eine praktische Art, sich zu merken, was wann repariert wurde, unabhängig von jedem Schaden.